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  "War for Talents" erreicht die Grundausbildung
 

Junge Schweizer Berufsleute sind Spitze. Dies bestätigte einmal mehr ihr gutes Abschneiden bei den Berufsweltmeisterschaften (Worldskills 2013) in diesem Monat in Leipzig. Doch die Talente sind ein knappes Gut. Viele wollen es noch nicht wahr haben, aber seit einigen Jahren werden mehr kaufmännische Lehrstellen angeboten als nachgefragt. Arbeitgeber können viel Geld sparen, wenn sie ihren Auszubildenden nach der Prüfung eine Perspektive zur Weiterentwicklung bieten.

Nachwuchsmangel

Seit die Unternehmensberatung McKinsey 1997 erstmals von einem «war for talents» gesprochen hat, ist die Metapher ein beliebtes Thema der Medien und auf Konferenzen und Kongressen. Doch nicht wenige Führungskräfte, gerade auch in der Speditionsbranche, sind überzeugt, dass es keinen Personalmangel gibt. Höchstens in spezifischen Berufsfeldern, beispielsweise bei LKW-Fahrern, fehle es an qualifizierten Mitarbeitern. Dies sei primär der Tatsache zuzuschreiben, dass die Ausbildung teuer sei und der ehemalige Hauptausbildungsbetrieb, die Armee, immer  weniger potentielle Mitarbeiter für dieses Berufsfeld ausstosse.

Kampf um Lehrstellenbewerber

Aufgrund meiner Tätigkeit in der Erwachsenenbildung und intensiven Kontakten mit diversen Ausbildungsinstitutionen habe ich jedoch ein anderes Bild gewonnen. Seit einigen Jahren werden deutlich mehr kaufmännische Lehrstellen angeboten als nachgefragt. Die niedrige Geburtenrate in der Schweiz führt zwangsläufig zu einem Engpass an Nachwuchskräften. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von unter 3% fällt es Unternehmen zunehmend schwer, ihre Ausbildungsplätze mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Firmen mit einem guten Image, einer hohen Reputation, einer starken Marke und einer aktiven Personalentwicklung haben im „war for talents“ in dieser Situation eindeutig die besseren Karten. Sie erhalten die qualitativ besseren Bewerbungen.

Traineeship statt Lehre

Firmen, die keine geeigneten Kandidaten mit Mittlere Reife- oder Matura-Abschluss finden, greifen zunehmend nach Hochschulabsolventen, die dann ein on-the-job Training statt einer Lehre durchlaufen. Zeichnet sich hier ein Ende des dualen Systems ab?

Immer mehr Personalabteilungen, insbesondere in Konzernen, sind mit Hochschulabgängern besetzt, die das duale Ausbildungssystem nicht oder nur rudimentär kennen und daher Hochschulabgängern tendenziell den Vorrang geben.

Vorzüge des Dualen Systems

Aber das duale System hat Vorzüge, welche nicht von der Hand zu weisen und welche auch in der Zukunft wertvoll für Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin und Unternehmen sind. Nach drei Jahren hat das Unternehmen eine(n) Mitarbeiter(in), welche(r) nicht nur über theoretisches Rüstzeug, sondern auch über praktische Erfahrung verfügt. Der oder die Mitarbeitende hat im dritten Lehrjahr zumeist bereits als vollwertige Arbeitskraft gewirkt. Bei einem entsprechenden Übernahmeangebot und Weiterentwicklungsperspektiven im Ausbildungsunternehmen bleibt der Auszubildende gerne in der Firma, die er bereits kennt, und der Arbeitgeber kann seine Investitionskosten während der Ausbildung amortisieren.

Geld kostet auch die praktische Ausbildung von Hochschulabsolventen. Doch diese stellen höhere Ansprüche an den Arbeitsplatz und wechseln sehr viel eher den Arbeitgeber nach der Beendigung der Ausbildung, um schnell Karriere zu machen. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Ausbildung in Spedition und Logistik nur die zweite Wahl war.

Dass ein duales Berufsbildungssystem wie jenes der Schweiz offensichtlich Angebot und Nachfrage deutlich besser in Übereinstimmung zu bringen in der Lage ist als eine einseitig auf Hochschulabschlüsse optimierende Volkswirtschaft, wie jene von Spanien oder Frankreich, lässt sich an den Arbeitslosenzahlen und der Lohnentwicklung eindeutig ablesen.

Ausbildung stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Die Speditions- und Logistikbranche ist durch eine hohe Dynamik geprägt. Die Kundenanforderungen werden immer komplexer. Neue Technologien stellen Unternehmen und Mitarbeitende vor neue Herausforderungen. Gut ausgebildetes, motiviertes und effektives Personal ist eine entscheidende Voraussetzung, um im Wettbewerb in dieser Servicebranche erfolgreich bestehen zu können. Die besten Mitarbeitenden sind meist die selbst ausgebildeten, die sich stark mit dem Unternehmen identifizieren. Um diese zu halten, gilt es die strategischen Ziele des Unternehmens und die Entwicklungsziele der Mitarbeiter effektiv in Einklang bringt. Nachwuchskräfte wünschen sich Herausforderungen, gute Entwicklungsmöglichkeiten und eigenverantwortliches Arbeiten mehr als hohe Gehälter und einen ruhigen Bürojob.

Hand aufs Herz, wann haben Sie sich als Unternehmen zuletzt Gedanken darüber gemacht, wie Sie Ihren Nachwuchskräften einen Karriereweg im eigenen Unternehmen aufzeigen können?

Unser Angebot Ich beraten Sie gerne, wie Sie zum "Employer of Choice" für Lehrlinge und Mitarbeitende nach der Grundausbildung werden können. Und ich unterstütze Sie bei der Personalentwicklung.
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